#1 Das Abschiedskonzert in Berlin von Bernd 03.01.2016 13:11

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Die PUHDYS nehmen Abschied

Das letzte Solokonzert vor 11.500 Zuschauern in der Mercedes-Benz –Arena Berlin

Nun ist es Geschichte, Gestern, Vergangenheit. Die PUHDYS haben ihr Werk getan. Das Wort „unendlich“ verliert nun sein „un-“, „die Kultband aus dem Osten“ klappen ein über 46 Jahre geschriebenes Buch zu.
Statt eine massenhysterische Trauerfeier zu zelebrieren, den Zuschauern permanent etwas vorzuweinen, haben sie den Fans noch einmal so richtig gezeigt, was sie drauf haben. Sie haben es uns treuen Fans ermöglicht, langsam loszulassen. Eine Band, deren Durchschnittsalter schon oberhalb der 65 liegt, legte in der Berliner Mercedes-Benz Arena eine allerletzte Show* vom Feinsten hin. Keiner der Anwesenden in der Halle glaubte vorher, dass sie Augenzeuge einer 3 (!) – stündigen Show vom Feinsten werden, wenn sie nicht wie immer gleich nach „Das Buch“ die Halle verlassen haben.

Aber der Reihe nach:
Unsere kleine „Reisegruppe“ traf sich in Thiendorf, unsere gemeinsame Freunde Jens und seine Frau Jaqueline, übernahmen dann den gemeinsamen Weitertransport in dessen PKW zu fünft nach Berlin und zurück. Danke an dieser Stelle nochmals an Euch Beide für diese Freundschaft!
Vor der Arena trafen wir dann alle von unserer Stammtischrunde, unsere Freunde aus Nachterstedt waren auch schon da, auch Sylvia Birr, PUHDYS-Frontmann Maschines liebe Ehefrau, nahm sich etwas Zeit, und begrüßte uns Fans alle einzeln.
Romy, unsere Organisatorin zahlreicher Fantreffen und Stammtischrunden hat es wieder einmal geschafft, für einen immer größer werdenden Kreis einen Stammtisch – dieses Mal in der Blue Lounge – zu organisieren. Wir, so an die 70, 80 Leute, trafen uns im Presse- und Behinderteneingang und durften auch gleich den schützend warmen Vorraum betreten und dort warten. Es war mehr als eisig kalt in Berlin und das wird nicht nur an der „Eisbärenhalle“ gelegen haben.

Hier konnte auch live das Lied „Danke PUHDYS“ aufgeführt werden, welches 2 Musiker namens TS-Projekt extra als Dank der Fans an die PUHDYS geschrieben haben. Der Traum, dieses auf der Bühne vor den 11.500 Zuschauern zu präsentieren, wurde keine Realität. Die Bühne war sogar vor dem MDR beschützt worden, die keinen Zugang dahin bekamen, während ihrer Dreharbeiten zur Doku. Kleiner Trost für die Beiden… Denke mal, das UNIVERSAL den DVD-Dreh in Auftrag gegeben hat. Aber die beiden vom TS-Projekt haben aber eine Chance, in der TV-Doku des MDR mit zu sehen zu sein. Nicht auf der Bühne, aber trotzdem im Fernsehen… Vielleicht entdeckt sie ja dann einer.
Ein gemeinsames Abschiedsfoto gab es natürlich auch.

Der Sicherheitsdienst war dieses Mal eine Nummer gründlicher, als vergangenen Montag bei Frei.Wild. Es mussten teilweise Fotoapparate abgegeben werden in die Verwahrung, Videokameras sicher auch. Flaschen, Getränke in Pappe und Alufolie auch. Dass es nicht nur einfache Fans erwischen wird, sondern auch für akkreditierte Fotografen der Abend erschwert wird, ahnte noch keiner. Bekannt war, dass an beiden Konzertabenden eine DVD aufgezeichnet wird, und auch eine Dokumentation zum Abschied der PUHDYS. Beides wird am 13.2.16 zuerst zur Primetime im TV (MDR) gesendet werden, also haltet euch den Abend schon mal frei, es ist ein Samstag. Im März darauf wird das ganze dann hoffentlich vollständig im Handel als DVD (oder sogar Blue Ray?) erhältlich sein. So wurde es auch in der Anmoderation von Jügen Karney angekündigt.

Danach ging es nahtlos zum Konzert über. Die 5 PUHDYS spielten vor einem Vorhang im blauen Licht sitzend „Was bleibt“ und unter großem Mitgesang „An den Ufern der Nacht“. Dann ging es zum rockigen Teil über, Klaus verschwand an ein großes Schlagzeug, was auf einen Teller mittig und sehr hoch auf der Bühne aufgebaut war, so dass es jeder sehen konnte. Großflächige LED-Panels dienten zur Projektion von Band, Bildern und Videos sowie Effektgrafiken. Links und rechts waren 2 LED-Monitore. Warum der LED-Würfel mittig der Halle an der Decke nicht bespielt wurde, fragten wir uns bereits am Montag zum Frei.Wild – Konzert.

„Unser Schiff“ erklang, der blaue Schriftzug PUHDYS prangte auf der LED-Wand. Nicht nur das Meer wird in den kommenden noch verbleibenden fast drei Stunden uns die Geschichte der PUHDYS erzählen. Die PUHDYS nehmen uns mit auf die letzte Reise durch ihr Leben, ihre Geschichte. Schon beim ersten Song sprang das Publikum auf und klatschte, sang und schwofte auf seinem Platz mit. Aufgrund der Dreharbeiten waren die Sicherheitsleute angehalten, die Gänge und den Platz vor der Bühne frei zu halten. Auch die Pressefotografen mussten schon nach dem 2. Titel auf der großen Bühne den Pressegraben verlassen, wurden ausserhalb der Halle verbracht und 30 Minuten später (!) durften sie von einem völlig unattraktiven Platz aus, der zudem durch den Technikbereich noch sichtbehindert war. Leider traf es auch den Fotografen des PUHDYS-Fanclubs „Das Buch“. Das ist traurig genug, dass keine Ausnahmeregelung geschaffen wird. Wer hat sich da durchgesetzt? Das Management, der MDR oder der Veranstalter SEMMEL-Concerts?

„Geh zu ihr“, klar kennt ihn jeder in der Halle, den Titel aus dem Film „Die Legende von Paul & Paula“ und die große Mehrheit der Halle steht vor seinem Platz . Klasse! Rockig geht es weiter, die Nummer „Melanie“ aus dem Album „Heiß wie Schnee“ gekoppelt mit einer E-Gitarren-Überleitung, Roadie Florian ist immer passend zur Stelle und gibt Maschine das richtige Saiteninstrument aus seiner vielfältigen Auswahl. Zur „Kühlen Lady“ wird die überdimensionale Puppe in Aktion gebracht, die auf dieser großen Bühne genügend Platz finden wird. Das komplette Set werde ich am Schluss des Berichtes anfügen. Auf Klaus kreisrunden Scheiben-Podest war eine Schiene befestigt, auf der in teilweisen rasanten Tempo eine Highspeed-Kamera in umkreiste und nicht nur für die LED-Wand beeindruckende Bilder lieferte. Im Pessegraben war eine weitere Kamera auf einer Schiene, wie oben an der Decke der Halle auch. Zudem liefen Teams mit Handkamera und fingen die Impressionen von den Zuschauernrängen ein.

Nchdem die Techniker blitzschnell die Hocker aufstellten, ging es zum nächsten akustischen Teil über. Bevor die Band mit den Gastmusikern Konrad Oleak, Andy Birr sowie Nick Scharfschwerdt mit „Abenteuer“ loslegte, dankte Maschine im Namen der Band sehr ausführlich unter anhaltenden zustimmenden Beifall allen Crewmitgliedern auf und hinter der Bühne, dem Management Rolf und Ina und natürlich den Fans für die jahrelange Treue. Wichtig, dass endlich diese Dankesworte die jahrzehntelange gute Zusammenarbeit würdigen. Und die Techniker hatten auch an diesem Abend wieder Bestleistung vollbracht. Alles im besten Ton, was in dieser Halle stets eine Herausforderung ist, alles im besten Licht und glasklare Videoeinblendungen der Akteure, so dass auch im hinteren Bereich jeder etwas mitbekam.
Jetzt stellt MASCHINE auch die musikalischen Gäste namentlich vor, bevor der Abschiedssong – „Es war schön“ erklang, die Realität immer näher rückte.
Nun wird Dieter-QUASTER-Hertrampf mit Tochter Kimberly „All diese Jahre“ singen. Tosender Jubel in der Halle, als Kimmy die ersten Noten sang. Bezaubernde Stimme, die nun 17-jährige junge Frau! Klar, musste sie den Refrain nochmal singen.

Aber auch Opa Dieter MASCHINE Birr sang mit seiner Enkelin Annabell den Song „Wirst Du für mich da sein“ unter riesen Beifall, und auch hier war das Publikum erst nach einer Zugabe zufrieden.
Zurück zur PUHDYS-Geschichte gab es dann gemeinsam das „Bis ans Ende der Welt“, Keyboarder Peter EINGEHÄNGT Meyer spielte wieder seinen Saxophon-Part. Nach einem weiteren instrumentalen Stück, verließen 4 PUHDYS die Bühne und nun trommelte Klaus aus Leibeskräften, als ob es kein Morgen mehr gibt, seine beiden Solis unter tosenden Beifall, den ich bis draußen auf den Gängen gehört habe, als ich uns notdürftig mit Getränke versorgen musste bei dieser warmen trockenen Luft.

Mit „Rescue Me“ wurde die Familienrunde erweitert. Bell, Book & Candle betraten die Bühne und sangen diesen Titel gemeinsam mit den PUHDYS. Als Gegenleistung besangen danach BB&C die „Rockerrente“, sie müssen ja nun das Erbe übernehmen. Am Schlagzeug trommelte Nick Scharfschwerdt.
Ruhiger wurde es gleich wieder mit dem Titel mit den 2 Sängern „Die Boote der Jugend“. Sicher sind hier und da schon die ersten Tränen geflossen.
Die mittige LED – Wand teilte sich horizontal und es waren 4 Schlagzeuge aufgebaut, die Trommler waren Peters Enkel Tom Groß, sowie die Söhne von Klaus, Maschine und Quaster Nick Scharfschwerdt, Andy Birr und Sven Hertrampf. Mit Klaus Scharfschwerdt gemeinsam trommelten sie ein Intro zu „Mein zweites Leben“ mit beleuchteten Drumsticks. Das Licht war im Saal war verdunkelt. Gemeinsam sangen dann die PUHDYS und das Publikum diesen Titel vom Album „Alles hat seine Zeit“ (2005). Nachdem Maschine die Söhne und den Enkel vorgestellt hatte, folgte der PUHDYS-Beitrag der „Rocklegenden“-CD „Sternenstunden“.
Auch am letzten Tag gab es die Bandvorstellung im bewährten Stil. Peter BIMBO Rasym zupfte seinen Bass, Klaus (ohne Spitzname) Scharfschwerdt sang trommelnd sein „TV-Show“, Dieter QUASTER Hertrampf sang seine „Schaffnerin“ und das Operetten-Stück „Schau einer schönen Frau….“. Peter EINGEHÄNGT Meyer ist nach wie vor der „…Schwiegervater Walter Ulbrichts“ und Dieter MASCHINE Birr der Vorgesetzte des Papstes – „Ich bin der liebe Gott“ – passend gespielt.

Jetzt räumten die Ordner die Stühle aus den Gängen und ließen die Fans nach vorne laufen. Der Block mit den „Paul & Paula“ - Klassikern war an der Reihe.
Mit dem zum 2. Mal gespielten, aber an dieser Stelle leider noch deplatzierten „Was bleibt“ gingen die Musiker nacheinander von der Bühne und es hätte besser gepasst, sie hätten es später, nach den Überraschungs-Zugaben gespielt.

In der „Eisbären“-Heimarena wurde natürlich auch die PUHDYS- eigene Hymne des Berliner Eishockeyvereins gespielt, die schon damit mehrfach zu Meisterehren kamen. In den ersten Reihen, aber auch weit dahinter sah man Fahnen, Schals und andere Fanartikel zum sportlichen Thema.

„Eine Frage der Ansicht“, Peter Meyer spielte auf der Querflöte, und die ganze Halle schunkelt im Rhythmus der Musik.
„Das Buch“ beschloss das Konzert dieses Mal doch nicht. Klaus verabschiedete sich von seinem hohen Podest vom Publikum, da war klar – Das war noch nicht alles! Nach dem eingespielten Outro „Bye, bye Harryverderci“ erklangen die Zugabe-Rufe. Einige waren bereits auf dem Heimweg, sie verpaßten den wunderbaren Zugabe-Block in der PUHDYS-Akustisch-Besetzung mit den Titeln „Perlenfischer“, dem wunderschönen „Erinnerung“ mit den gänsehautbereitenden Percussion-Soli von Nick Scharfschwerdt.

Endgültig beschloss die „Königin“ den Abend. Die PUHDYS verabschieden sich nochmals gemeinsam von der Bühne, als Hintergrundbild erscheint auf der LED-Wand das Porträt mit den traurigen Gesichtern auf einem Schwarz-Weiss Plakat. Die letzten Bilder für die privaten und netzübergreifenden Fotoalben entstehen… Das Hintergrundbild und wie die PUHDYS von der Bühne gehen…

Mein Fazit: Wir wurden, gegenüber dem Vortag mit einer „erweiterten“ Überraschungs-Show der PUHDYS überrascht. Ich bin froh darüber, dass wir keine zusätzliche Gäste auf der Bühne sehen bzw. ertragen mussten, da sind die Geschmäcker viel zu gegensätzlich. Mir läuft heute noch der kalte Schauer den Rücken herunter, als 2009 plötzlich Michael Hirte auf der Bühne stand…. Richtig gemacht gegenüber 2009. Es war dieses Mal kein Jubiläumskonzert, sondern der Abschied der PUHDYS für immer. So sollte auch der ganze Abend der Band gehören, für alles andere gibt es Rocklegenden und andere „Ostrock“-Partys.
Aufgegangen ist sicher auch, dass es keine Animationsshow zum Dauerweinen und Hysterie auf und vor der Bühne kommt. Den Künstlern, aber auch dem Besucher bleiben somit Tage, das Ganze erst mal "sacken" zu lassen, um dann erst zu realisieren, dass es das endgültig gewesen ist. Das waren meine ersten lauten Gedanken auf unserer gemeinsamen Heimfahrt, die wir aufgrund der kalten Temperaturen, Angelas Erkältung und der Entfernung sofort antraten.

Video-, Licht- und Effektekonzept waren gezielt für dieses Ereignis ausgewählt. Auch einige Pyroelemente gab es zwei Tage nach Silvester. Ich freue mich auf die DVD-Produktion und der vorherigen TV-(Teil?)-Ausstrahlung am 13. Februar 2016 im MDR ab 20:15 Uhr. Tontechnisch ist den Technikern überdimensionales gelungen! Die Crew immer auf Ballhöhe zu den Musikern. Über das Konzept, beide Tage den Innenraum zu bestuhlen, kann man streiten. Man hätte Tag 1 für das Sitzpublikum, und den letzten Tag den Fans widmen sollen, Fans die jahrelang ihren Idolen hinterher reisten den Innenraum zum Feiern geben sollen. Durch die Stuhlreihen getrennt war natürlich etwas an Stimmungsqualität verloren gegangen. Daher ist bei den hohen (!!!) Eintrittspreisen auch gerechtfertigt, die Sicht so lange wie möglich dem sitzenden Publikum zu ermöglichen.
Ich persönlich kann mich über den Sicherheitsdienst nicht beklagen, gegenüber Erfurt sehr freundlich und zuvorkommend, wie ich es bereits fünf Tage zuvor an selber Stelle beim Frei.Wild“ – Konzert erfahren durfte.
Ich danke an dieser Stelle den vielen lieben Fans, die wir in den Jahren kennen lernen durften. Viele auch zu unseren Freunden geworden sind. Einige Wege sich jetzt aber trennen werden, wir neue Wege gehen und auch finden werden und uns langsam vom Thema „Ostrock“ in diesem Sinne verabschieden. Klar trifft man uns mal hier und da bei RENFT, und zu maximal 2 Konzerten der Rocklegenden. Aber das Projekt von MASCHINE werden wir intensiv weiter verfolgen, auch bei QUASTER werden wir uns blicken lassen, wenn er sein Soloprojekt aktivieren wird.
Gerne sagen wir auch den Mitgliedern der PUHDYS DANKE für die schöne Zeit, die wir nicht nur am Bühnenrand erleben durften, sondern auch schon „mittendrin“ mit einigen Bandmitgliedern. Auch Ina unseren besten Dank für diesen oder jenen erbrachten Dienst für uns Fans!

Alles hat seine Zeit und wir sagen DANKE !!!

#2 RE: Das Abschiedskonzert in Berlin von axel 03.01.2016 14:19

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ein langer bericht, den man sicher ein paarmal lesen muss, um alles zu erfassen. danke euch, für die wiedergegebenen eindrücke.

wir sehen uns heute im chat. bis dahin:

ich freu mich auf euch!

#3 RE: Das Abschiedskonzert in Berlin von Bernd 03.01.2016 16:16

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Hier zuerst das hochaufgelöste Flickr Album vom Treffen in der Blue Lounge vor dem Konzert:

https://www.flickr.com/photos/teiber1960...157663060384826

© teiber1960

#4 RE: Das Abschiedskonzert in Berlin von Bernd 04.01.2016 12:19

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Jetzt auch unsere Konzertfotos auf Flickr:

https://www.flickr.com/photos/teiber1960...157663170738765

Alle Fotos © Angela, Kerstin und Bernd 2016

#5 RE: Das Abschiedskonzert in Berlin von Bernd 07.01.2016 16:38

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Hier ein Video von Harald Becker von der "dänischen Grenze", welches den Tag nicht besser zusammen fassen konnte.
Danke Dir für das Video !


© Möwe-TV - Harald Becker 2016

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